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Fachöffentliche Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen

Im folgenden finden Sie die fachöffentliche Veranstaltungen des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts. Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltungen nur offen sind für ein Fachpublikum von in der Psychotherapie arbeitenden Kolleg*innen.

Den aktuellen Veranstaltungskalender des FPI, der auch die fachöffentlichen Veranstaltungen beinhaltet, finden Sie hier: fpi.de/veranstaltungen/veranstaltungskalender

 

 

Freitag, 20.03.2026, 20:15 Uhr, FPI

Prismatische Brechungen deutscher Psychoanalysegeschichte im Rheinland

Referent:  Michael Lacher (Dortmund)

Moderation: Iris Kollodzeiski-Kunz 

Es wird eine Synopse eines mehrjährig gelaufenen und von der Köhler-Stiftung geförderten - an der RUB /KKC gelaufenen - Forschungsprojektes zur Geschichte der Psychoanalyse angerissen. Es soll eingangs kurz die Nachkriegsgeschichte der Psychoanalyse im Rheinland dargestellt und an die Historiografie einer Geschichtsschreibung der Psychoanalyse in Deutschland angeschlossen werden. Eine prominente Gründungsfigur eines Psychoanalytischen Institutes (Edeltrud Meistermann-Seeger) wird anhand von Archivalien,  Interviewsequenzen von Zeitzeugen, Interpretationsergebnisse der verwendeten Tiefenhermeneutik als qualitative Forschungsmethode zur psychoanalytischen Kulturforschung vorgestellt. Dabei wird versucht aufzuzeigen, dass im Geschichtsverständnis der Zeitzeugen bisher verborgene konflikthafte Brüche in den Nachkriegsnarrativen auf Brücken zum NS-Erbe und zu folgenden Generationenkonflikten existieren, die auf eine latente Ebene verschoben und unbewusst gemacht worden waren. Als Beispiel hierfür soll ein gefundener gruppal geteilter Mythos über diese prominente Gründungsfigur dargestellt werden, der unbewusst gemachte verpönte Lebenspraxen in der (psychoanalytischen) Gesellschaft abwehrt(e).

Michael Lacher, Dr. rer. soc., Dipl.-Psych., niedergelassen in eigener Praxis in Dortmund und Lehranalytiker (DPV/IPA) der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Köln-Düsseldorf. Gruppenlehranalytiker der Deutsche Gesellschaft für Gruppenanalyse und Gruppenpsychotherapie (D3G). Lehraufträge an der Medizinischen Fakultät (2003-2005) und ab 2016 an der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Ruhr-Universität-Bochum. Publikationen u.a.  (2025) Macht, Geschlecht und Angst. Tiefenhermeneutische Rekonstruktion psychoanalytischer Institutsgeschichten. Bochum: Westdeutscher Universitätsverlag.

Anmeldung nur über diesen Link möglich. Der Anmeldeschluss ist der 13.03.2026
Die Teilnahme ist kostenlos für Mitglieder und Kandidat:innen des FPI und des AFI, für Mitarbeiter:innen des FPI, SFI, JBZ und FAPP sowie für Kandidat:innen des IPF und aller DPV-Institute und für Studierende. Wenn oben angegebenes nicht auf Sie zutrifft, überweisen Sie bitte den Beitrag von 10,- EUR auf das Konto des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts

IBAN: DE89 5005 0201 0200733346

Verwendungszweck: Prismatische Brechungen 

Eine Zertifizierung der Veranstaltung mit Fortbildungspunkten wird bei der Landespsychotherapeutenkammer Hessen beantragt.

 


Informationen zum Veranstaltungsort:
FPI
Myliusstraße 20
60323 Frankfurt am Main

Samstag, den 18.04.2026, 10.00-12.30, FPI,

Bions  Konzept - O - in der postsäkularen Moderne
Referenten: Michael Kühnlein und Rosemarie Kennel
Moderation: Felix Schoppmann 

W.R. Bions in seinem letzten Lebensjahrzehnt entwickeltes Konzept „Transformation in O“ ist im europäischen Raum wenig beachtet worden, während die früheren Konzepte inzwischen relativ gut integriert sind. In gesellschaftlichen  Umbruchzeiten, die mit Desorientierung und Fragmentierung, Identitäts- und Sinnkrisen einhergehen, gewinnt es nun zunehmend Bedeutung.

R. Kennel wird in ihrem Beitrag, das „späte“ Konzept “O“ in Verbindung mit den „frühen“, dem logischen Empirismus nahestehenden Konzepten unter behandlungstechnischen Aspekten beleuchten. Darüber hinaus soll der Frage nachgegangen  werden, wo und wie das Konzept “O“ mit seinen metaphysischen Dimensionen unter Wahrung seiner spezifischen Differenz, in einem größeren Rahmen innerhalb vergleichbarer soziokultureller Zeitströmungen der Postmoderne positioniert werden kann.

In dem Vortrag von Michael Kühnlein geht es um die Anschlussfähigkeit von Bions 

Konzept “O“ an die sozialphilosophischen Debatten der Gegenwart. Sowohl Hartmut Rosas

Resonanztheorie als auch Charles Taylors Option des Glaubens greifen in ihrer Kritik der Moderne auf grundlegende asymmetrische und nicht instrumentalisierbare Beziehungs-ereignisse zurück, die sich komplementär zu Bions Konzept  “0“ interpretieren lassen. Denn Ihnen allen ist eine gemeinsame Grundfrage eigen: Wie kann der Mensch eine Beziehung zu einer Wirklichkeit herstellen, die ihn übersteigt und zugleich innerlich transformiert.  

Michael Kühnlein ist promovierter Philosoph und Habilitand an der Hochschule für Philosophie in München: darüber hinaus ist er Direktoriumsmitglied des Instituts für Religionsphilosophische Forschung an der Goethe-Universität in Frankfurt/M und Lehrbeauftragter für Politische Philosophie an der Universität Heidelberg. Zahlreiche Veröffentlichungen zu Themen der Moral-, Rechts- und Religionsphilosophie.

Rosemarie Kennel, Dr.med., ist Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Fachärztin für Psychosomatische Medizin. Psychoanalytikerin freier Praxis. Lehranalytikerin i.R. der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung am Frankfurter Psychoanalytischen Institut.

Anmeldung nur über diesen Link möglich. Der Anmeldeschluss ist der 13.04.2026
Die Teilnahme ist kostenlos für Mitglieder und Kandidat:innen des FPI und des AFI, für Mitarbeiter:innen des FPI, SFI, JBZ und FAPP sowie für Kandidat:innen des IPF und aller DPV-Institute und für Studierende. Wenn oben angegebenes nicht auf Sie zutrifft, überweisen Sie bitte den Beitrag von 10,- EUR auf das Konto des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts

IBAN: DE89 5005 0201 0200733346

Verwendungszweck: Bions Konzept

Eine Zertifizierung der Veranstaltung mit Fortbildungspunkten wird bei der Landespsychotherapeutenkammer Hessen beantragt.


Informationen zum Veranstaltungsort:
FPI
Myliusstraße 20
60323 Frankfurt am Main

16. Klein-Bion-Forum

Freitag, 8. Mai 2026, 18:00-22.00 Uhr Online via Zoom

für Mitglieder, Kandidaten und Ausbildungsteilnehmer psychoanalytischer Institute Forum zur Reflexion von Theorie und klinischer Anwendung zentraler Konzepte der  Klein-Bion-Richtung der Psychoanalyse.
Durchgeführt vom Frankfurter Psychoanalytischen Institut (FPI) und dem Institut für Psychoanalyse Frankfurt (IPF)

Klein-Bion-Arbeitsgruppe:
Angela Dunker, Hermann Erb, Rosemarie Kennel, Karin Lüders, Tomas Plänkers,
Helen Schoenhals Hart, Helga Wildberger


Das Über-Ich – Zur Evolution eines Konzepts

Referenten:         Hermann Erb (Stuttgart):
Fallvorstellung:    Sylvia Schulze (Berlin)
Moderation:         Tomas Plänkers und Angela Dunker

In seiner zweiten Strukturtheorie (1923) führte Freud das Konzept des Über-Ichs als das „Erbe des Ödipuskomplexes“ ein und datierte seine Entstehung auf das Alter von vier bis fünf Jahren. Melanie Klein hatte zur gleichen Zeit in ihren Kinderanalysen intensive Schuld- und Reuegefühle bei wesentlich jüngeren Kindern gefunden und diese ab 1926 mit einem frühen Über-Ich in Verbindung gebracht. Obwohl Klein stets betonte, dass sie sich in voller Übereinstimmung mit der Freud‘schen Theorie sah, ergaben sich hieraus erhebliche Differenzen hinsichtlich Theorie und Behandlungstechnik. Entscheidende Weiterentwicklungen des Klein‘schen Über-Ich-Konzepts ergaben sich aus der Theorie der inneren Objekte, der Einbeziehung des Todestriebes und der Neuformulierung der depressiven Position. Mit der Behandlung tiefer gestörter Patienten rückte ein anormales Über-Ich, ein „Ich-zerstörerisches Über-Ich“ (Bion) in das Blickfeld. Diese Entwicklung wird im Vortrag nachgezeichnet.


Hermann Erb ist Facharzt für Psychotherapeutische Medizin und Psychoanalytiker in eigener Praxis in Stuttgart. Er ist Lehranalytiker der DPV/IPA an der Psychoanalytischen Arbeitsgemeinschaft Stuttgart-Tübingen der DPV. Sein besonderes Interesse gilt klinischen Fragestellungen und der Geschichte der Psychoanalyse. Als Mitarbeiter und schließlich Mitherausgeber war er an der deutschen Ausgabe der Gesammelten Schriften Melanie Kleins beteiligt.

Sylvia Schulze ist Dipl.-Psychologin und Psychoanalytikerin in eigener Praxis in Berlin, Dozentin und Lehranalytikerin (DPG, IPV, DGPT) am Psychoanalytischen Institut Berlin im Institut für Psychotherapie. Verschiedenste Veröffentlichungen zu Neid, Verachtung, Rassismus und behandlungstechnischen Fragen. Preisträgerin des Elisabeth Young-Brühl Prejudice Award der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung (2019).

Anmeldung

Anmeldungen nur über die Website des FPI unter: https://fpi.de/veranstaltungen/fachoeffentliche-veranstaltungen Anmeldungen per E-Mail werden nicht angenommen.

Den Log-In-Link sowie den Zugangscode erhalten Sie rechtzeitig einige Tage vor der Veranstaltung

Wenn Sie kein Mitglied oder Praktikant*in des IPF, FPI, AFI, JBZ, FAPP oder SFI sind, überweisen Sie bitte den Beitrag von 10,- EUR auf das Konto des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts (IBAN: DE89 5005 0201 0200 7333 46) Frankfurter Sparkasse

Verwendungszweck: 16. Klein-Bion-Forum

Die Veranstaltung wird zertifiziert.


Informationen zum Veranstaltungsort:
Online
Zoom Konferenz
Teilnahme-Link wird ein Tag vor der Veranstaltung versendet

Freitag, 12. Juni 2026, 20:15 Uhr im FPI

Geschichten von Dreiecken – Gedanken zu den Grundlagen der Psychoanalyse in den Kulturen
Referent: Tomas Plänkers
Moderation: Iris Kollodzeiski-Kunz

Der Vortrag untersucht die universelle Gültigkeit des Ödipuskomplexes in verschiedenen Kulturen und erörtert die Rolle der Psychoanalyse als Anker in chaotischen Zeiten. Freud formulierte sein Verständnis des Ödipuskomplexes zunächst auf der Grundlage seines eurozentrischen Konzepts von Zivilisation und Kultur, was dazu führte, dass außereuropäische Kulturen als »primitiv« wahrgenommen wurden. Als sich die Psychoanalyse jedoch nach Asien ausbreitete, stieß sie auf hochentwickelte, außereuropäische Kulturen und deren indigene Psychologie. Der Referent geht hier auf Einwände asiatischer Kulturen gegen die universelle Gültigkeit des Ödipuskomplexes ein. Es werden Beispiele aus indischen, chinesischen und japanischen Mythen angeführt, die Freuds Konzept in Frage stellen. Der Referent argumentiert, dass diese Mythen und kulturellen Variationen keine Antipoden des Ödipuskomplexes sind, sondern vielmehr kulturelle Varianten einer universellen Dreiecksbeziehung. Die östlichen Mythen deuten darauf hin, dass die frühe Mutter-Kind-Beziehung eine zentrale Rolle in der kulturellen Entwicklung spielt und den Frauen eine bedeutende Rolle zuweist – im Gegensatz zu Freuds Ansichten.

Darüber hinaus stellt der Referent die Vorstellung in Frage, dass die kulturelle Identität zwischen dem Westen und dem Osten unvergleichbar sei. Zwar gebe es Unterschiede in der analytischen Arbeit und den kulturellen Praktiken, die universelle Fähigkeit des Menschen, über sich selbst nachzudenken und mit den Tatsachen des Lebens umzugehen, bleibe aber unverändert. Abschließend wird die Notwendigkeit erörtert, dass sich die Psychoanalyse mit der individuellen und gesellschaftlichen Wendung gegen die strukturelle Dreiheit befasst, die sich in regressiven Formen und politischen Bewegungen manifestieren kann. Er betont die Bedeutung einer Kultur des Denkens und der Integration, um destruktiven Tendenzen entgegenzuwirken.

Tomas Plänkers, Dr. phil, Dipl.-Psych. Lehranalytiker der DPV und IPA, niedergelassen in eigener Praxis am Frankfurt am Main. Langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter und aktueller Gastwissenschaftler des Sigmund-Freud-Institutes. Vielfache Veröffentlichungen u.a. zu erkenntnistheoretischen Fragestellungen. https://praxis-dr-plaenkers.de/publikationen/

Anmeldung nur über diesen Link möglich: https://fpi.de/veranstaltungen/fachoeffentliche-veranstaltungen  Der Anmeldeschluss ist der 08.06.2026

Die Teilnahme ist kostenlos für Mitglieder und Kandidat:innen des FPI und des AFI, für Mitarbeiter:innen des FPI, SFI, JBZ und FAPP sowie für Kandidat:innen des IPF und aller DPV-Institute und für Studierende.
Wenn oben angegebenes nicht auf Sie zutrifft, überweisen Sie bitte den Beitrag von 10,- EUR auf das Konto des Frankfurter Psychoanalytischen Instituts

IBAN: DE89 5005 0201 0200733346
Verwendungszweck: Dreiecke

Eine Zertifizierung der Veranstaltung mit Fortbildungspunkten wird bei der Landespsychotherapeutenkammer Hessen beantragt.

 


Informationen zum Veranstaltungsort:
FPI
Myliusstraße 20
60323 Frankfurt am Main



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