Veranstaltungsdetails

: Fachöffentliche Veranstaltungen

Samstag, 06. April 2019 ǀ 10:00 - 13:30 Uhr

Theoretisches Forum: Masochismus III

Masochismus und Geschlecht

Die Selbstverletzung und ihre Beziehung zum Masochismus.

Referent: Prof. Wolfgang Berner, Hamburg

Über einen sadomasochistischen Grundzug des Geschlechterverhältnisses.

Referent: Dipl. Psych. Andreas Weber-Meewes, Hamburg

Moderation: Rotraut De Clerck, Psychoanalytikerin, FPI

Nach den beiden vorangegangenen Foren I und II welche vorwiegend das Verhältnis von Masochismus und Sadismus in den unterschiedlichen psychoanalytischen Theorien beleuchteten (Freud, Laplanche, Lacan, Meltzer), soll nun im Forum III der Frage der Geschlechtsgebundenheit des Masochismus nachgegangen werden.

In Wolfgang Berners Vortrag bildet der Fall einer Patientin, die nach einer geschlechtsangleichenden Operation (Mann zu Frau) eine Tendenz entwickelt hatte, sich regelmäßig durch Schnitte an den Armen und manchmal auch im Genitale selbst zu verletzen, den Ausgangspunkt um die vielen klinischen und theoretischen Aspekte des Masochismus zu illustrieren und strukturiert darzustellen. Das als Niederlage erlebte Trauma, das durch die aktuelle Erregung im Ritual dem Patienten als kontrollierbar und im Triumph überwindbar erscheint, ist Angelpunkt der Psychodynamik und aller Behandlungsüberlegungen.

Andreas Weber-Meewes geht der Frage der besonderen Eigenarten der Geschlechter bei der Perversion nach. Er kommt zu dem Schluss, dass eine - der schillernden männlichen Welt der Perversion vergleichbare -  auf Seiten der Frauen fehlt. Er verortet diese Unterschiede in den jeweiligen Eigentümlichkeiten der psychosexuellen Entwicklung, sowie in den gesellschaftlichen Entwicklungsbedingungen der Geschlechter und schließt davon ausgehend auf die jeweiligen Eigenarten „des Perversen im Normalen“. Zuletzt geht er auf die Konsequenzen dieser Unterschiede für die Geschlechterbeziehung ein.

*nur für Mitglieder und Kandidat*innnen des FPI und AFI, Mitarbeiter*innen des SFI und JBZ

Ort: Frankfurter Psychoanalytisches Institut, Myliusstr. 20, 60323 Frankfurt, Vortragssaal, 1 Stock

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