Wie werde ich Lehranalytiker?
(Stand: Dezember 2019)

Die Ausbildung von Analytikern ist eine zentrale Aufgabe des FPI, da ohne generative Funktionsfähigkeit Psychoanalyse am Institut über kurz oder lang verkümmert. Deshalb erscheint es wünschenswert, dass sich aus jeder Ausbildungsgeneration nach einigen Jahren Kollegen für die Beauftragung mit Lehranalysen interessieren. Sie sollten die Kompetenz besitzen, Psychoanalyse in Theorie und Praxis zu konzeptualisieren und zu vermitteln.

Dafür gibt es zur Zeit 3 Verfahren:

A – Das reguläre Verfahren zur Beauftragung mit Lehranalysen
B – Die Ausnahmeregelung von 2016/19
C – Die Ausnahmeregelung zur Beauftragung im Einzelfall von 2014

Alle Verfahren benennen auf eine transparente Weise mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand Kriterien, die sich an den zu übernehmenden Funktionen orientieren. Diese Kriterien ermöglichen den dafür zuständigen Organisationen eine Entscheidung über die Eignung des Bewerbers als Lehranalytiker,.

Generell gilt:
Nach dem 70. Lebensjahr sollen keine Lehranalysen mehr begonnen werden.
Die Beauftragung mit den Funktionen des Lehranalytikers kann zurückgenommen werden, wenn die Voraussetzungen nicht mehr gegeben sind. Dazu bedarf es eines Beschlusses des zAA und des Gesamtvorstands  mit jeweils 2/3 Mehrheit.

A – Das reguläre Verfahren

  1. Jedes Mitglied, das interessiert ist und die formalen Voraussetzungen erfüllt, kann sich bewerben.
  2. Die Bewerbungen gehen an den Vorsitz des Instituts und an die ÖAA-Leitung. Der ÖAA stellt dafür eine Vertrauensgruppe aus vier Mitgliedern zusammen, welche die formalen Voraussetzungen prüfen:
    a. mindestens 5 Jahren DPV-Mitgliedschaft
    b. umfassende klinische Erfahrung mit der psychoanalytischen Methode. Davon kann in der Regel ausgegangen werden, wenn
        i entweder kontinuierlich drei gleichzeitig laufende psychoanalytische Behandlungen mit einer Frequenz von vier bis fünf Wochenstunden nachgewiesen werden und Erfahrungen mit Beendigungsphasen und abgeschlossenen Psychoanalysen bestehen
        ii. oder mehrere Psychoanalysen mit einer Frequenz von vier bis fünf Wochenstunden und einer Gesamtzahl von 2000 Stunden seit Ablegen des Kolloquiums nachgewiesen werden und Erfahrungen mit Beendigungsphasen und abgeschlossenen Psychoanalysen bestehen
    c. eine schriftliche psychoanalytische Arbeit, die unabhängig vom Thema einen ausführlichen klinischen Teil enthält. Diese Darstellung soll einen Einblick in die klinische Arbeit und die theoretische Konzeptualisierung der durchgeführten Psychoanalyse vermitteln.
    d. Beteiligung an wissenschaftlichen Auseinandersetzungen im Bereich der Psychoanalyse, an der psychoanalytischen Ausbildung des Institutes sowie an organisatorischen und administrativen Aufgaben.
    e. fundierte Kenntnisse und Erfahrungen in psychoanalytischer Theorie und Praxis sowie Fähigkeiten, diese lehrend im Rahmen der Ausbildung von Ausbildungsteilnehmern und -kandidaten zu vermitteln.
  3. Nach formaler Überprüfung werden die Bewerber den Mitgliedern des öAA vorgestellt unter Würdigung besonderer Qualifikationen und Interessenschwerpunkte (z.B. Teilnahme an Supervisionsgruppen, Zusatzausbildungen).
  4. Danach schreiben die vier gewählten Mitglieder der Vertrauensgruppe im öAA an alle  Lehranalytiker und bitten um ihr schriftliches Votum innerhalb von sechs Wochen, insbesondere auch im Falle von begründbaren Bedenken. Dadurch entfällt ein Quorum. Kein Votum gilt als Stimmenthaltung.
  5. Die Vertrauensgruppe des öAA diskutiert evtl. Bedenken, entscheiden über ihr Gewicht und nimmt ggf. Verbindung mit den Kollegen, die die Bedenken geäußert haben, und/oder mit dem Bewerber auf. Auf Antrag der Vertrauensgruppe oder des öAA können kooptierte Mitglieder hinzuzogen werden. Lassen sich die Bedenken nicht ausräumen, wird den Bewerbern nahegelegt, ihren Antrag zurückzuziehen. Lassen sich die Bedenken ausräumen, geht der Antrag in die Mitgliederversammlung zur Abstimmung über die Empfehlung zur Benennung an den zAA und Vorstand der DPV.
  6. Das Verfahren wird von der Vertrauensgruppe des öAA und den evtl. kooptierten Mitgliedern vertraulich behandelt. Schriftliche Unterlagen werden anschließend vernichtet. Dem öAA wird der Ausgang des Verfahrens mitgeteilt.

Das Beauftragungsverfahren

Das Mitglied wird dann vom öAA dem zAA für die Beauftragung mit den Funktionen als Lehranalytiker vorgeschlagen oder bewirbt sich beim öAA darum, vorgeschlagen zu werden.

a) Der öAA des Instituts als das zuständige Organ leitet den Antrag zusammen mit seiner Stellungnahme an den zAA weiter. Dem Antrag beigefügt sind die Daten des psychoanalytischen   Werdegangs des nominierten Mitglieds einschließlich möglicher Veröffentlichungen, Vorträge, Seminare und administrativen Tätigkeiten sowie eine vom Mitglied unterschriebene Aufstellung der abgeschlossenen und laufenden psychoanalytischen Behandlungen mit Stundenzahl und Frequenz, aus denen hervorgeht, dass die formalen Voraussetzungen für eine Beauftragung erfüllt sind.
b) Zuvor stellt der Bewerber seine klinische Tätigkeit anhand einer Analyse mit mindestens vierstündiger Frequenz vor. Für die Vorstellung gibt es zwei Möglichkeiten:
-   Vorstellung in einem Gastinstitut
-   Vorstellung in einem dazu eigens einberufenen Forum zur Beauftragung mit Lehranalysen auf einer der Tagungen der DPV.

In beiden Gremien müssen mindestens 3 Lehranalytiker anwesend sein.

Die Teilnehmergruppe des Forums muss überregional zusammengesetzt sein, an ihr können nur Mitglieder und Kandidaten teilnehmen, die sich vorher beim zAA schriftlich angemeldet und sich zur Lektüre der verschickten Arbeit verpflichtet haben. Die Teilnehmergruppe wird von einem Gremium aus 3 Lehranalytikern moderiert.
Der zAA stellt die Organisation des Forums durch 3 Lehranalytiker sicher.
Das Forum auf der Tagung bzw. das Gastinstitut fungieren im Auftrag des zAA und geben eine Stellungnahme zum Antrag des Bewerbers ab. Sowohl für das Forum wie für das Gastinstitut gilt folgendes Procedere:
a) nach dem Vortrag und der Diskussion erfolgt eine Abstimmung aller anwesenden Mitglieder
b) anschließend erfolgt eine Abstimmung aller anwesenden Lehranalytiker.

Beide Voten werden dem zAA und dem Gesamtvorstand mitgeteilt. Alle Mitglieder des zAA und des Gesamtvorstandes erhalten eine Fassung der schriftlichen Arbeit als Basis für ihre Abstimmung.

  • Anschließend setzt der Leiter des zAA den Antrag auf Beauftragung auf die Tagesordnung des zAA der DPV. Der zAA entscheidet unter besonderer Berücksichtigung der Voten des Heimatinstituts und des Forum bzw. des Gastinstituts unter Hinzuziehung der vorgelegten schriftlichen Arbeit. Sodann wird in geheimer Wahl über den Antrag abgestimmt. Eine Annahme erfolgt mit einer einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.
    Der Leiter des zAA teilt das Ergebnis der Wahl dem Gesamtvorstand mit. Der Gesamtvorstand stimmt seinerseits in geheimer Wahl über den Antrag des Bewerbers ab. Die Annahme erfolgt auch hier mit einer einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Bei Erreichen der erforderlichen Mehrheit in beiden Gremien ist der Antrag des Bewerbers angenommen. Wenn die Voten des Heimat- und des Gastinstitutes bzw. Forums positiv sind, aber der Antrag des Bewerbers im zAA und Gesamtvorstand nicht die erforderliche Mehrheit findet, befassen sich die zentralen Gremien in einer „zweiten Lesung“ noch einmal intensiv mit der Bewerbung. Hierzu wird der Bewerber eingeladen, um zu den Kritikpunkten an seiner Arbeit persönlich Stellung nehmen zu können. Ergibt auch die zweite Abstimmung keine Mehrheit für den Antrag, ist dieser damit abgelehnt. Im Falle einer Ablehnung unterrichtet der Leiter des jeweiligen Gremiums den Bewerber persönlich über die Gründe der Ablehnung.
  • Der Leiter des zAA informiert den Bewerber schriftlich über den Beschluss mit dem Hinweis auf die bestehende Sammlung der „Beschlüsse und Empfehlungen“ hinsichtlich der „Rechte und Pflichten eines Lehranalytikers“, die im internen Bereich der DPV-Homepage zu finden sind.

Das Schlichtungsverfahren

a) Im Falle eines Dissenses zwischen zAA und Gesamtvorstand wird der Antrag an einen Schlichtungsausschuss überwiesen. Der Schlichtungsausschuss besteht aus zwei Vertretern des zAA und zwei Vertretern des Gesamtvorstands, die nicht zugleich Mitglieder des zAA sind, sowie aus dem Leiter des zAA (bzw. seinem Stellvertreter) und dem Vorsitzenden der DPV (bzw. einem seiner Stellvertreter). Die Mitglieder des Schlichtungsausschusses führen auch mit dem Bewerber ein persönliches Gespräch. Sie stimmen nach ausführlicher Diskussion in geheimer Wahl ab. Bei Erreichen der einfachen Mehrheit im  Schlichtungsausschuss für den Antrag des Bewerbers ist dieser angenommen, bei einer einfachen Mehrheit für die Ablehnung ist er abgelehnt. Sollte im Schlichtungsausschuss Stimmengleichstand eintreten, ist die Stimme des DPV-Vorsitzenden oder seines Vertreters entscheidend.

b) Die beiden zAA-Mitglieder des Schlichtungsausschusses werden vom Leiter des zAA, die beiden Mitglieder des Gesamtvorstands werden vom DPV-Vorsitzenden berufen. Sie sollen keinem der beteiligten Gremien (Heimatinstitut, Forum bzw. Gastinstitut) angehören. Die Berufung erfolgt für den jeweiligen Konfliktfall. Der Schlichtungsausschuss trifft seine Entscheidung innerhalb eines Zeitraums von bis zu drei Monaten.

Das Vermittlungsverfahren
a) Für den Fall, dass bei einer Bewerbung um die Nominierung zur Funktion des Lehranalytikers Konflikte zwischen dem Mitglied und dem zuständigen öAA bzw. Institut auftreten, kann der Bewerber einen Vermittlungsausschuss des zAA anrufen. Der Vermittlungsausschuss besteht aus dem Leiter des zAA oder seinem Stellvertreter sowie zwei weiteren aktuellen oder ehemaligen Mitgliedern des zAA. Entsprechende Mitglieder und Ersatzmitglieder werden regelmäßig auf den halbjährlich stattfindenden Tagungen der DPV gewählt. Die Wahl erfolgt jeweils für einen Zeitraum von zwei Jahren, Wiederwahl ist möglich. Die Mitglieder des Ausschusses dürfen nicht dem öAA des Bewerbers angehören.

b) Der Vermittlungsausschuss hat zu prüfen, ob eine Vermittlung zwischen beiden Parteien erreicht werden kann und ob eine Zusammenarbeit zwischen dem Bewerber und dem öAA seines Instituts in der Funktion als Lehranalytiker möglich ist. Dieses Verfahren wird in einer Geschäftsordnung geregelt.

Wenn sich auch im Vermittlungsverfahren keine Einigung erzielen lässt und der Bewerber seinen Antrag auf die Nominierung zur Beauftragung mit Lehranalysen aufrecht erhält, kann der zAA eine Empfehlung aussprechen.

Appendix
Der zAA organisiert mindestens einmal jährlich einen kollegialen Austausch über Supervision in der Ausbildung. Er unterstützt zudem die Initiativen zur Etablierung von überregionalen Kleingruppen, in denen Lehranalytiker ihre Supervisionsarbeit an konkreten Fällen vorstellen und miteinander diskutieren.
Ziel ist hierbei nicht die 'Supervision der Supervision', sondern das Kennenlernen und Reflektieren verschiedener konzeptioneller und didaktischer Modelle sowie impliziter Evaluationskriterien.

Die Beauftragung zum Lehranalytiker umfasst folgende Funktionen:

1. Durchführung von Lehranalysen mit Ausbildungsteilnehmern und –kandidaten entsprechend den Ausbildungsrichtlinien

2. Supervision der von Ausbildungsteilnehmern im Rahmen ihrer praktischen Ausbildung durchgeführten Erstinterviews

3. Die Supervision der von Ausbildungskandidaten im Rahmen der klinischen Ausbildung durchgeführten psychoanalytischen Behandlungen

4. Die lehrende Vermittlung der psychoanalytischen Theorie und Praxis an Ausbildungsteilnehmer und -kandidaten

5. Die Durchführung der Interviews mit Bewerbern für die psychoanalytische Ausbildung zur Feststellung der persönlichen Eignung

6. Die Beteiligung an organisatorischen und administrativen Aktivitäten der Organe der DPV und der Ausbildungsinstitute

7. Diese Funktionen können nur in verantwortlicher Bindung an ein Ausbildungsinstitut der DPV und unter der Gesamtverantwortung des örtlichen Ausbildungsausschusses (öAA) dieses Institutes ausgeübt werden.

B - Ausnahmeregelung für die Beauftragung mit Lehranalysen

(ZAA - 16.11.2016; am 20.11.2019 um 3  Jahre verlängert)

1. Präambel

Die aktuelle Situation bezüglich des Angebots an Lehranalyseplätzen für neu zugelassene Teilnehmer ist am Frankfurter Psychoanalytischen Institut (FPI) so, dass viele von ihnen ohne eine unzumutbar lange Wartezeit keinen Lehranalyseplatz finden können. Es gibt auch an anderen DPV-Instituten (Freiburg, Kassel) einen Mangel an zur Verfügung stehenden Lehranalyseplätzen. Es ist jedoch erklärungsbedürftig, dass es an einem der größten DPV Institute aktuell eine sehr geringe Zahl von Lehranalytikern gibt. Dies bedarf des Nachdenkens und einer kritischen Reflektion der spezifischen Frankfurter Bedingungen, die dazu geführt haben mögen.

2. Ziel einer Ausnahmeregelung

Eine Ausnahmeregelung dient dazu, einen aktuellen Mangel an Lehranalyseplätzen zu beheben, ohne die bestehende Regelung zur Beauftragung mit Lehranalysen aufzuweichen. Sie soll für alle DPV Institute immer dann zur Anwendung kommen können, wenn ein nachgewiesener Mangel besteht. Die zeitlich befristete Ausnahmeregelung soll es Kolleginnen und Kollegen, die daran interessiert sind, die Funktionen eines Lehranalytikers zu übernehmen, ermöglichen, mit einer niedrigeren Eingangsqualifikation mit zwei Lehranalysen beauftragt zu werden und dann in einem überschaubaren Zeitraum die reguläre Qualifikation für die Beauftragung mit Lehranalysen zu erwerben.
In seiner Sitzung vom 20.11.2019 hat der ZAA die Durchführung der Lehranalysen um die Durchführung der Supervision von hochfrequenten Analysen sowie Zulassungsinterviews ergänzt.

3. Befristung der Ausnahmeregelung

Die Ausnahmeregelung soll auf 3 Jahre befristet sein. Danach entscheidet der zAA über eine mögliche Verlängerung. In seiner Sitzung vom 20.11.2019 hat der ZAA diese Regelung erstmals um 3 Jahre verlängert.
Es soll in regelmäßigen Abständen eine Evaluation bezüglich der Auswirkungen an den jeweiligen Instituten erfolgen. Daher soll in dieser Zeit jährlich über die Erfahrungen mit der Ausnahmeregelung im zAA berichtet werden.

4. Anwendung der Ausnahmeregelung

Der öAA eines Instituts legt in einem Antrag an den zAA den Mangel dar und begründet ihn, so dass über ihn vom zAA befunden und ggf. die Ausnahmeregelung in Kraft gesetzt werden kann.
Ob ein solcher Notstand vorliegt, hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Anzahl der neu zugelassenen Teilnehmer, die aktuell einen Lehranalyseplatz suchen;
  • Anzahl der in absehbarer Zukunft, zum Beispiel im kommenden Jahr zu erwartenden neu zugelassenen Teilnehmer, die dann einen Lehranalyseplatz suchen werden;
  • Anzahl der aktuell vorhandenen und in absehbarer Zeit zu erwartenden Lehranalyseplätze;

5. Formale Voraussetzungen für die Beauftragung mit Lehranalysen nach der Ausnahmeregelung:

  • 5 Jahre klinische Tätigkeit nach Abschluss des Kolloquiums
  • Alter bis 65 Jahre
  • Mitgliedschaft in der DPV und in einem DPV-Institut

6. Qualifikation für die Beauftragung mit Lehranalysen nach der Ausnahmeregelung

Folgende Qualifikationen müssen für die Beauftragung mit Lehranalysen nach der

Ausnahmeregelung gegeben sein:

  • Qualifikation als Supervisor nach dem Psychotherapeutengesetz am jeweiligen DPV-Institut.
  • Erfahrungen mit hochfrequenter psychoanalytischer Arbeit im Umfang von mindestens 1000 Behandlungsstunden in 2-4 Analysen nach dem Kolloquium.
  • Kasuistischer Vortrag über einen eigenen Behandlungsfall mit Evaluation durch eine vom zAA beauftragte ad hoc Gruppe von 3 Lehranalytikern, davon zwei Lehranalytiker von einem fremden DPV-Institut und ein Lehranalytiker vom eigenen Institut.

7.Procedere und Beschluss über die Beauftragung mit Lehranalysen nach der Ausnahmeregelung

Die Bewerbung um die Beauftragung mit Lehranalysen nach der Ausnahmeregelung erfolgt beim öAA des jeweiligen Instituts. Damit ist das Bewerbungsverfahren eingeleitet. Der öAA des Instituts überprüft das Vorliegen der Voraussetzungen und trifft  eine Entscheidung über die Empfehlung des Bewerbers. Über das Ergebnis der Bewerbung (Vorliegen der formalen und qualitativen Voraussetzungen – inklusive der positiven Evaluation des kasuistischen Vortrags durch die ad hoc Gruppe) berichtet ein Vertreter des öAA dem zAA und dem Gesamtvorstand der DPV. Der zAA prüft die eingereichten Unterlagen und in beiden Gremien wird darüber abgestimmt.

8. Umfang der Beauftragung nach der Ausnahmeregelung

Die Beauftragung betrifft maximal 2 Lehranalysen, Supervisionen hochfrequenter Ausbildungsfälle sowie die Durchführung von Bewerbungsinterviews.

9. Empfehlungen

Der mit Lehranalysen im Ausnahmefall Beauftragte kann sich einen Mentor seiner Wahl suchen, der ihn bezüglich der angestrebten Lehranalytikerqualifikation (schriftliche Arbeit etc.) begleitet und bei Bedarf berät. Es wird empfohlen sich im überregionalen oder Internationalen Feld Supervision für die Lehranalysefälle in Anspruch zu nehmen.

10. Ergründung der Ursachen

Die öAAs der von einem Mangel / Notstand betroffenen Institute übernehmen die Aufgabe, die Ursachen für den Mangel zu ergründen und arbeiten zu diesem Zweck mit anderen Instituten zusammen, auch mit solchen, bei denen sich dieser Mangel nicht so zeigt.

C - Ausnahmeregelung für Lehranalysen im Einzelfall

(ZAA - 20.11.2014)

Der zAA beschließt eine Sonderregelung über eine Umwandlung einer Psychoanalyse in eine Lehranalyse bei einem Nicht-Lehranalytiker in besonderen Einzelfällen. Die Regelung gilt für einen Zeitraum von drei Jahren (Nov. 2014- Nov. 2017). Nach Ablauf dieses Zeitraums sollen die Erfahrungen mit der Sonderregelung evaluiert und neu diskutiert werden.

Die Sonderregelung findet unter folgenden Bedingungen statt:

Befindet sich ein Bewerber bereits in einem analytischen Prozess im Rahmen einer psychotherapeutischen Ausbildung, soll durch die Bewerbung bei der DPV ein Wechsel des Psychoanalytikers nicht erzwungen werden, um den analytischen Prozess nicht zu stören.

Deswegen

1. können in Einzelfällen neu zugelassene Ausbildungsteilnehmer der DPV, die bei einem DPV-Mitglied ohne Beauftragung mit Lehranalysen eine Lehrtherapie nach PTG oder vergleichbare Einzelselbsterfahrungen nach den Richtlinien der Ärztekammer absolvieren, einen Antrag beim öAA stellen, ihre Lehrtherapie bei diesem Psychoanalytiker als Lehranalyse fortzusetzen. Zeitgleich muss der Lehrtherapeut einen Antrag stellen, mit dieser Behandlung als Lehranalyse betraut zu werden.

2. Wenn die Nutzung dieser Regelung vom Bewerber beabsichtigt ist, muss eines der drei Bewerbungsinterviews bei einem zAA-Mitglied, der nicht Mitglied des Heimatinstituts ist, durchgeführt werden.

3. Der Analytiker muss mindestens 5 Jahre Mitglied der DPV sein und „Lehrtherapeut“ nach dem PsychThG (bzw. PsychTh-APrV). Die Lehranalyse muss entsprechend § 4.1 der Ausbildungsrichtlinien der DPV durchgeführt werden.

4. Der öAA muss beiden Anträgen zustimmen. Eine vom zAA eingerichtete Kommission des zAAs aus drei zAA Mitgliedern muss diesen Anträgen ebenfalls in Absprache mit dem öAA zustimmen.

5. Die Analyse gilt als Lehranalyse ab dem Datum der Aufnahme der DPV-Ausbildung und sobald sie nach den Richtlinien der DPV durchgeführt.